Jüdisch



Mit dem Wort „Jüdisch“ sind sehr viele Begriffe. aber auch Assoziationen verbunden. Jüdisch ist abgeleitet vom Judentum, welches eine der Weltreligionen darstellt und somit eine eigene Kultur, Tradition und bewegte Geschichte mit sich bringt. Das jüdische Volk bezeichnet sich selbst als Volk Israel. Nach jüdischem Recht ist Jude, wer eine jüdische Mutter hat oder rechtmäßig den jüdischen Glauben angenommen hat. Derzeit gibt es cirka 13,3 Millionen Juden verteilt über den ganzen Erdball, ein Großteil davon lebt in den Vereinigten Staaten und in Israel.

Jüdischer Alltag



Noch vor etwa 15 Jahren lebte ein Großteil der Juden in der damaligen Sowjetunion, nach deren Auflösung viele Juden nach Israel, USA und Deutschland ausgewandert sind. Seit 1989 sind von dort etwa 190.000 Kontingentflüchtlinge nach Deutschland gekommen, von denen bisher cirka 80.000 in deutsche jüdische Gemeinden integriert werden konnten. Derzeit haben die jüdischen Gemeinden Deutschlands ungefähr 104.000 Mitglieder.

Überlieferungen des jüdischen Volkes bilden die Basis der jüdischen Religion und setzen sich aus in der Tora schriftlich niedergelegter und mündlich in Mischna und Talmund diskutierter Lehre zusammen. Beides ist Grundlage für das jüdische Gesetz Halacha, die aber zugleich auch auf rabbinischen Verfügungen und Gesetzgebungen beruht, welche bereits zuvor erlassen wurden. Der Schulchan Aruch stellt eines der bekanntesten halachischen Werke dar.

Jüdisch

Geleitet wird eine jüdische Gemeinde in geistiger und rechtlicher Hinsicht von einem Rabbiner, der je nach Land oder religiöser Ausrichtung auch anders bezeichnet wird.



Im Allgemeinen leitet ein Kantor den Gottesdienst und wird dabei von einem Quorum bzw. Minjan, einer Versammlung von 10 religiös volljährigen Personen (nur Männer in der Orthodoxie) jüdischen Glaubens, unterstützt. Ein von den Gemeindemitgliedern zu wählender Gemeindevorstand übernimmt die allgemeine, weltliche Leitung der Gemeinde.

In der Gegenwart wird zwischen orthodoxen und nicht-orthodoxen Strömungen nebst Unterströmungen im jüdischen Glauben unterschieden, wobei die nicht-orthodoxen Strömungen in Richtung liberales Judentum und konservativen Judentum gehen.